Textilwirtschaft – rien ne va plus?

Nichts geht mehr im eigenen Land

und man wundert sich in Anbetracht von Überangebot und Überkonsum.  Kleidung, Textilien, Fashion, … nichts davon hat an Attraktivität eingebüßt, ganz im Gegenteil. Aber dennoch scheint es nahezu Produktionsstillstand zu geben. 

Im ganzen Land?

Nein, natürlich nicht! Das Glas ist halb voll und halb leer. 

Es gibt sie, die Nischenführer, die Faserproduzenten, die innovativen Modedesigner:innen und fachkundige Vertreter:innen des Schneiderhandwerks. 

Gleichzeitig sind linear geführte Geschäftsmodelle in der Textilwirtschaft Ansatzpunkt für die Suche nach neuen Lösungswegen. Auf EU-Ebene ist Kreislaufwirtschaft – neben Dekarbonisierung – ein bedeutender Ansatzpunkt für den „Clean Industrial Deal“. Es soll der Weg für Neues geebnet werden.

Es gibt kaum eine andere Branche, welche global ähnlich sozial- und umweltschädlich wirkt und gleichzeitig die Notwendigkeit dazu vor allem auf Profit und höchstpersönliches Konsumverhalten zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu bedienen beispielsweise umweltkritische Sektoren wie Energie, Immobilien, Transport, Nahrung … im Kern unser aller Daseinsvorsorge und leisten gleichzeitig zumindest transparentere Daten zur Umweltperformance. 

Notwendigkeit und Wirkung

der Textilindustrie stehen demgegenüber in keinem Verhältnis.  Social-media gesteuerter Konsum? Unattraktiver Wirtschaftsstandort? Hohe Lohnkosten und Umweltauflagen? Fehlende Anreizsystem mangels finanzieller Perspektiven? Die Gründe sind mannigfach, weshalb das Thema „Textilwirtschaft in Österreich“ kein Thema ist. 

 

Textilien schaffen Identität, Mode ist das Gesellschaftsbild von morgen – es gibt so vieles was bei Gedanken an Kleidung verzaubern kann. Und bei all dem, gibt es sie noch die Stimmen, die wissen wie es war und wie textiles Wissen uns auch heute und künftig weiterhelfen kann. 

 
 

Fast verloren aber noch da!

Ein paar Beispiele zur Evidenz: Ein Buch, welches viele bewegt: „Mäser – Elastisana: Aufstieg, Glanz und bitterer Fall – die Firmen-Geschichte von Mäser“. Ein Film, den man gesehen haben sollte „Stoff – Ein Spitzengeschäft“, Nigeria auf der Suche nigerianischer Tradition. Eine Besichtigung vor Ort, Knockando Woolmill, die letzte ihrer Art.

Wie könnte die Zukunft aussehen? Wie könnte eine Erfolgsformel lauten:

  • KnowHow
  • Performance
  • Community

Wir müssen es nur tun!

Fotos: Woolmill, Schottland, Handy B.Frey