TESYS – Textile Ecosystem
Offene Tür in einem Wiener Foyer, davor eine Frau in dunkelblauem Leinenensemble mit orangem Schal

TESYS

Textile Ecosystem

Textilwirtschaft 2030

Relevante Akteur:innen entwickeln gemeinsam Wege für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft – und setzen sie um.

Analyse abgeschlossen · Entwicklungsphase läuft

Foto: Kurt Frey

Eine Branche, ein Ökosystem

TESYS steht für Textile Ecosystem. Unter dieser Marke bündelt das Projekt Textilwirtschaft 2030 die Zusammenarbeit von Betrieben, Forschung und Enablern in Österreich.

Die inhaltliche Ausrichtung baut auf praxisrelevanten Grundlagen auf und bezieht die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien ein. Im Mittelpunkt stehen der Austausch unterschiedlicher Perspektiven, die Verbindung von Kompetenzen und die gemeinsame Entwicklung tragfähiger Lösungs- und Projektansätze.

Die Europäische Kommission fasst Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie als ein gemeinsames Ökosystem. Textilwirtschaft 2030 arbeitet innerhalb dieses Rahmens mit Fokus auf die österreichische Textilwirtschaft.

Der Rahmen ist gesetzt

Die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien beschreibt seit 2022, wohin sich die Branche bewegen muss. Aus der Strategie ist inzwischen geltendes Recht geworden.

Die Änderung der Abfallrahmenrichtlinie trat am 16. Oktober 2025 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen sie bis 17. Juni 2027 in nationales Recht umsetzen, funktionsfähige Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien und Schuhe müssen spätestens ab 17. April 2028 bestehen. Die Umsetzungsfristen fallen damit genau in die Laufzeit dieses Projekts.

5,8 Mio. t

Textilien werden in der EU jährlich entsorgt, rund 11 kg pro Person.

+63 %

Verbrauch an Bekleidung und Schuhen bis 2030, von 62 auf 102 Mio. Tonnen.

162 Mrd. €

Umsatz des europäischen Sektors 2019, mit 1,5 Mio. Beschäftigten in über 160.000 Unternehmen.

13 %

der Arbeitskräfte im Textilökosystem sind hoch qualifiziert. 40 % der Unternehmen fehlen ökologische Kompetenzen.

Variante A – Die Matrix als Raster

Was wir untersucht haben

In Interviews und Recherche wurden 50 Problemfelder der österreichischen Textilwirtschaft dokumentiert und drei Ebenen zugeordnet.

25

Betriebswirtschaftliche Ebene

Margen, Investitionen, Wertschöpfungsketten, Fachkräfte, Kapazitäten für Sortierung und Recycling.

11

Regulatorische Ebene

Sammlung und Verwertung, Förderlandschaft, Besteuerung, Kennzeichnung, Planungssicherheit.

14

Gesellschaftliche Ebene

Konsumverhalten, Sichtbarkeit regionaler Produktion, Wissen über Reparatur und Entsorgung.

Jedes Problemfeld wurde drei Bedürfnissen zugeordnet: Know-How, Performance und Vernetzung.

Variante B – Drei Bedürfniskarten

Drei Bedürfnisse, aus 50 Problemfeldern verdichtet

Die dokumentierten Problemfelder lassen sich auf drei Bedürfnisse zurückführen. Sie bestimmen, woran im Projekt gearbeitet wird.

Know-How

Fachwissen, Wissensvermittlung, Expertise, Innovation.

  • Fehlendes technisches Wissen zur Kreislaufwirtschaft als Wettbewerbsvorteil
  • Fehlende handwerkliche Fähigkeiten im gewerblichen Betrieb
  • Mangel an Fachkräften und Nachwuchs in textilen Berufen

Performance

Finanzierung, Nachhaltigkeitsleistung, wirtschaftlicher Erfolg.

  • Fehlende beziehungsweise geringe Gewinnmargen in der Textilwirtschaft
  • Fehlende Anreize für Investitionen in die Textilbranche in Österreich
  • Hohe Investitionskosten für moderne, automatisierte und kreislauffähige Produktion

Vernetzung

Gemeinschaften, Resilienz, Diversität, soziale Bindung.

  • Fehlende Wertschöpfungsketten und -kreisläufe in Österreich
  • Ausgelagerte Lieferkette nach Nah-Ost und Süd-Ost-Asien führt zu Intransparenz
  • Begrenzte inländische Kapazitäten für Sortierung, Aufbereitung, Wiederverwendung und Recycling

Variante C – Der Trichter

Von 50 Problemfeldern zu vier Thementischen

Die Analyse ist abgeschlossen. Sie ist nicht liegengeblieben – sie bestimmt, worüber im Projekt gearbeitet wird.

50 dokumentierte Problemfelder

Ergebnis aus Interviews und Recherche in der österreichischen Textilwirtschaft.

Drei Ebenen

25 betriebswirtschaftlich · 11 regulatorisch · 14 gesellschaftlich

Drei Bedürfnisse

Know-How · Performance · Vernetzung

Die Arbeit am Opening

Thementische zu Know-How, Performance und Community – moderierte Dialogrunden im World-Café-Format.

Von der Idee zum Textil-Ecosystem

Das Projekt folgt einem Design-Thinking-Ansatz: Herausforderungen und Bedarf werden gemeinsam analysiert, Ideen entwickelt und nutzenorientierte Lösungsansätze konkretisiert und erprobt.

Phase 1 · Oktober 2026 – Dezember 2027

Innovationskompetenz aufbauen

Aufbau gemeinschaftlicher Innovationskompetenz und Entwicklung kooperativer Lösungs- und Projektansätze.

Phase 2 · Jänner 2028 – Dezember 2030

Ecosystem festigen

Festigung und Weiterentwicklung eines wachstumsorientierten Textil-Ecosystems.

Wir legen unsere Ideen zusammen

Die qualifizierte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Demnächst stellen wir erste Praxisprojekte vor und geben Einblick in deren Entwicklung und Umsetzung.

Sie arbeiten in der Textilwirtschaft oder unterstützen sie als Enabler? Schreiben Sie uns.

Kontakt aufnehmen

TESYS – Textile Ecosystem

Kontakt office@tesys-eco.eu · Impressum und Offenlegung · Datenschutz

Zahlen zum europäischen Textilökosystem: Mitteilung der Europäischen Kommission COM(2022) 141 final, EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien.
Umsetzungsfristen: Richtlinie (EU) 2025/1892 zur Änderung der Richtlinie 2008/98/EG.
Problemfelder der österreichischen Textilwirtschaft: eigene Erhebung Textilwirtschaft 2030, Stand 10.09.2026.
Foto: Kurt Frey.